Sieg und Niederlage für VfL I

20.11.2012

Die weiteste Tour der Saison stand für uns am vergangenen Sonnabend auf dem Programm. Es ging nach Brunsbüttel an die Elbmündung. Zweieinhalb Stunden Fahrt, ehe wir von der überaus sympathischen Truppe empfangen wurden. Unser Gegner wartet noch auf den ersten Punkt, wir waren mit drei Zählern auch nicht viel besser; ein echtes Kellerduell also, und ein Sieg war zwingend nötig und fest eingeplant, um den Anschluss nicht zu verlieren. Wir konnten in Bestbesetzung aufspielen, Brunsbüttel musste auf ihren Dreier Rolf Hoffmann verzichten.

 

In den Doppeln ein gewohntes Bild. Die Spitzenpaarungen konnten jeweils gewinnen. Dann passierte das, was wir in dieser Saison gerne öfter gesehen hätten, ein Erfolg fürs dritte Doppel. Björn und Christian siegten gegen Rohlf und Albrecht in vier überaus knappen Sätzen. Da war sie zumindest ein Stück weit wieder: die Form vergangener Tage, was nicht zuletzt an der Konzentration lag.

 

Im oberen Paarkreuz traf Vladi auf den stärksten Brunsbütteler Kilian Bartelt. Ein hart umkämpfter Fünf-Satz-Sieg unseres Letten, der immer besser wird und uns auch in der Rückrunde viel Freude bereiten wird. Über die volle Distanz mussten auch Marcin und Christian gehen. Stark: beide holten einen 1 zu 2 Satzrückstand auf und kämpften sich durch. Dass am Ende eines Satzes zwei Punkte Vorsprung reichen, diese Binsenweisheit wurde bittere Wahrheit für Richard. 0 zu 3 gegen Brunsbüttels Kapitän Christian Herrendörfer, -9, -10, -9, einfach nur ärgerlich. Aber ich bin sicher: Mit etwas mehr Erfahrung gewinnt unser Youngster so ein Spiel.

 

5 zu 2 für uns, und das untere Paarkreuz konnte bereits die Vorentscheidung bringen. Cuong suchte gegen Träder zwei Sätze lang seine Form. Ich weiß nicht, wo er sie dann gefunden hat, egal, er hat sie wieder gefunden! Endlich kamen sie wieder, seine Spinbälle aus der Halbdistanz, alle Bälle brachte er zurück und ließ seinen Gegner verzweifeln. 3 zu 2, ganz stark, Cuong! Wenig anbrennen ließ danach Björn gegen Fynn Albrecht. 3 zu 1 für den zweifachen Landesmeister im Einzel. Ein Spiel, bei dem man nie das Gefühl hatte, dass da etwas passieren könnte.

 

Beide Punkte unten, das brach den Brunsbüttelern das Genick. Sowohl Marcin als auch Vladi konnte ihre zweiten Spiele sicher 3 zu 0 gewinnen. 9 zu 2, so hoch hätten wir das nie erwartet. Und irgendwie war die Rücktour dann deutlich kürzer als die Hintour... Wobei wir den Rastplatz „Hahnenkoppel“ mittlerweile fest in unserer Hand haben, Schweriner Duftmarken überall!

 

 

Mit breiter Brust ging es dann am Sonntag nach Sasel. Eine Truppe, von der Marcin sagte, dass sie von 1 bis 6 richtig stark besetzt sind. Er sollte Recht behalten...

 

Keine Überraschung gab es in den ersten beiden Doppeln, 3 zu 0 für uns, 0 zu 3 für Sasel und leider auch keine Überraschung beim 3. Doppel. War der Sieg von Björn und Christian gegen Brunsbüttel nur ein Strohfeuer? Das würde der Wahrheit dann doch nicht ganz gerecht werden. Zwar ging das Spiel null zu drei weg und natürlich haben wir schon bessere Spiele gemacht, aber Masur und von Hacht haben uns auch kaum Möglichkeiten gelassen, die Initiative zu ergreifen.

 

Vladi gegen Schmidt, ein Spiel, bei dem der Saseler anfangs wenig zu ließ. 1 zu 2 lag Vladi hinten, bei 5 zu 9 im vierten hatte sich sein Gegner vielleicht schon ein wenig aufs Jubeln vorbereitet – zu früh, denn bekanntermaßen (Achtung: wieder ne Binsenweisheit) ist erst bei elf Schluss und muss jeder Punkt erst einmal gespielt werden. Vladi drehte den Satz und das gesamte Spiel, ließ im fünften nichts mehr anbrennen, der Ausgleich. Und es sollte noch besser kommen. Marcin hatte gegen seinen Gegner wenig Probleme. 3 zu 0 ganz sicher gegen Wienefeld, der noch kein Spiel oben gewinnen konnte. Und es hieß 3 zu 2 für Schwerin. Geht das tatsächlich was?

 

Die Mitte musste ran und da zeigte sich, dass unser Gegner ihre Nummer zwei bewusst eingesetzt hatte. Das verrieten sie uns aber erst hinterher: „Wir wussten, wie stark ihr oben seid und da haben wir 0 zu 4 in Kauf genommen, um die Punkte dann woanders zu machen“.

 

Hat leider geklappt für Sasel. Durch Wienefelds Einsatz (er hat nur die Hälfte der Spiele mitgemacht) konnte Meyer in der Mitte spielen. Und der war definitiv zu stark für uns. Ein blitzsauberes und aggressives Angriffsspiel, gute Aufschläge und kaum unforced errors.. . Da konnte ich nicht gegen halten. 9 zu 7 im zweiten geführt und zu 9 verloren, 7 zu 3 im dritten geführt und zu 7 verloren. Wenn mein Gegner musste, dann traf er. Na gut, er könnte auch mein Sohn sein...

 

Ähnlich klar mussten sich Richard und Cuong geschlagen geben und plötzlich lagen wir 3 zu 5 hinten. Aber ganz so einfach wollte sich das Team aus der schönsten Landeshauptstadt Deutschlands (Gruß an Svenny ;-)) nicht geschlagen geben. Björn gegen von Hacht, und der Saseler spielte einen klasse Ball, wenig Fehler und druckvoll im Angriff. Das hätte heute wohl gegen die meisten Spieler gereicht, nicht aber gegen seinen Meister Björn Gabler. Der machte heute nämlich sein mit Abstand bestes Spiel der Saison, so dermaßen zwingend. Wer das Spiel von Björn gegen Diego Hinz bei den LM in Schwerin gesehen hat, der weiß, was ich meine!

 

3 zu 2 für Björn, und als dann auch noch unser oberes Paarkreuz siegreich blieb, war das Spiel gedreht. 6 zu 5 für Schwerin, da muss doch was gehen, da muss doch was gehen!! Nee, was dann folgte, war schlicht frustrierend. Richard 0 zu 3, Christian 0 zu 3, Cuong 0 zu 3, nur Björn konnte noch einen Satz holen (gegen einen Masur, der allerdings selbst zugegeben hat, dass er fast nur falsche Aufschläge macht. Björns Hinweis an den Oberschiedsrichter blieb komplett ohne Reaktion, wie wohl auch unser Eintrag ins Spielprotokoll.)

 

So hieß es dann nach 3 zu 5, und 6 zu 5 am Ende 6 zu 9, und wir mussten Sasel gratulieren. Ein blödes Finale einer durchwachsenen Hinrunde. 5 zu 13 Punkte und voraussichtlich Platz 8 – verdammt dünne Luft in der Oberliga. Aber diese Luft, die kennen wir jetzt, und in der Rückrunde, da weht ein anderer Wind (wo ist das Phrasenschwein?).

 

Mal schauen, wir müssen wohl umstellen, Björn in die Mitte und Richard nach unten. Ob das gut oder schlecht ist, das wird sich zeigen. Aber wir haben ja Marcin und Vladi. Und wenn die weiterhin fünf Punkte oder gar sechs holen... 3 Punkte sollten doch irgendwie drin sein. Auf jeden Fall stecken wir ganz sicher nicht den Kopf in den Sand, jetzt wird durchtrainiert bis zum 5. Januar. Und Bergedorf kann kommen!

 

 Christian

Kommentare: 4
  • #4

    Eddy (Sonntag, 02 Dezember 2012 18:06)

    Schicker Bericht,Alex,W.

  • #3

    Björn (Donnerstag, 22 November 2012 21:12)

    Hi Christian, klasse Bericht...hast die Stimmung perfekt eingefangen und wiedergegeben.
    Freue mich schon auf die Rückserie, die wir ja zu großen Teilen zu Hause in unserer neuen Halle und mit unseren Fans im Rücken absolvieren dürfen. Dies wird sicher ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein!

  • #2

    Christian (Mittwoch, 21 November 2012 21:29)

    Danke, irgendwie sitzen wir MVler - bei aller Konkurrenz - ja doch in einem Boot. So richtig unzufrieden sind wir mit der Hinserie ja auch nicht. Ihr ward in Eurer ersten Oberligasaison sicher auch noch grüner und weniger routiniert als zum jetzigen Zeitpunkt. Ein bisschen Lehrgeld haben wir noch :-). Und lernfähig und -willig sind wir auch.

  • #1

    Svenny (Mittwoch, 21 November 2012 16:13)

    Grüße sind angekommen - Ich hätte mich mit einem Unentschieden von euch gegen Sasel auch anfreunden können. Schade darum!