Stark gespielt und trotzdem verloren: Ärgerliche Niederlage gegen die TT-Freunde BVM Hamburg

05.01.2013

Es sollte die Wende werden und der erste Schritt in Richtung Platz 6. Doch leider mussten wir erneut dem Gegner gratulieren. 5 zu 9 hieß es am Ende beim Rückrundenauftakt zu Hause gegen die TT-Freunde BVM Hamburg. Selten jedoch gab ein Wort den Spielverlauf so treffend wieder, wie dieses Mal: Pech! Denn ein 9 zu 5 für uns wäre genauso verdient gewesen.

 

Zum letzten Mal mussten wir in der ungeliebten Halle in der Perleberger Straße antreten, trotzdem war es wieder einmal eine tolle Kulisse. 50 Fans waren gekommen, um uns anzufeuern; und das zur eigentlich Zuschauer unfreundlichen „Anpfiffzeit“ 13 Uhr. Ein Entgegenkommen an BVM, damit die am Abend noch gegen Parchim antreten konnten. Tausend Dank an die Zuschauer, war ne richtig tolle Atmosphäre!

Mit geänderter Aufstellung ging es ins Spiel, Richard an 5 und Björn in der Mitte; was auch auf die Doppelkonstellation Auswirkungen hatte. Gemeinsam mit Cuong spielte Richard das Doppel 3, Björn und Christian in der Opferrolle als Doppel 2. Und die ersten beiden Spiele wurden dem auch gerecht. Unsere Spitzenspieler Marcin und Vladi sorgten für die Führung, wir hatten gegen Alke und Laute kaum etwas dagegen zu setzen. Richard und Cuong hatten es dann mit Vater und Sohn zu tun: Andreas Süskow war für Jan Erik Baron dabei, an seiner Seite Filius Jon Wrobbel. Es sollte der Auftakt werden zu einer Reihe von denkbar knapp verlorenen Spielen. Den ersten Satz ganz knapp in der Verlängerung geholt, dann klar verloren, klar gewonnen, klar verloren und im fünften nach 9 zu 8 dann zu neun verloren. Schade, ihr habt so richtig klasse gespielt.

Der zweite blöde Streich folgte gleich danach. Marcin gegen Bozanoglu, unser Pole wollte Revanche für die Hinspielniederlage und legte dem entsprechend los. Eine Feiertagspause schien es für ihn nicht gegeben zu haben, zwei null nach Sätzen, man war das stark. Ein Punkt, den wir eigentlich schon auf der Habenseite verbuchen wollten, ehe dann..... was auch immer passierte. Irgendwie riss der Faden, gingen zwei Sätze etwas zu leicht weg. Aber Marcin wäre nicht Marcin, wenn er sich kampflos seinem Schicksal ergeben würde. Im fünften war er wieder da. Aber auch Bozanoglu wurde stärker und hatte im fünften das glücklichere Ende für sich, erneut 9 zu 11 aus Schweriner Sicht.

Am Nebentisch musste sich Vladi mit Oliver Alke messen. Über den braucht man nun wirklich kein Wort mehr zu verlieren 18 zu 0 in der Hinserie und die 0 sollte stehen bleiben. Vladi kam kaum ins Spiel, null zu drei und ein Spielstand von 1 zu 4 ließ schlimmes erahnen.

In der Hinrunde war die Mitte nicht gerade unser Punktelieferant, heute mussten Christian gegen Nachwuchsspiel Wrobbel (14 Jahre) und Björn gegen den ein Jahr älteren Laute ran. Beide Spiele gingen über die volle Distanz und in beiden Spiele kam der Sieger aus Schwerin. Sagen wir es mal so: Die Routine, die variableren Aufschläge, der Siegeswille und nicht zuletzt die Fans waren für die Erfolge verantwortlich. Allerdings: Wenn die beiden so weiter machen, können wir in zwei Jahren wohl nur noch Bälle sammeln!

Nur noch 3 zu 4 und wir spürten, dass da heute was geht. Richard musste gegen den dritten Youngster der TT-Freunde ran, Scharwächter (14 oder 15), am Nebentisch Cuong gegen Süskow. Richard legte los, wie die Feuerwehr und holte sich den ersten Satz zu 11, den zweiten konnte Scharwächter zu 9 gewinnen, dann war wieder Richard dran und schon im vierten hatte er es auf dem Schläger, leider 10 zu 12 und es ging in den Entscheidungssatz. Am Nebentisch war Cuong zwei Sätze immer einen Millimeter neben der Spur und lag 0 zu 2 hinten. Aber Cuongi kämpfte sich zurück, gewann die Sätze drei und vier äußerst knapp, und auch hier musste Satz 5 entscheiden.

Was dann folgte, war an Spannung kaum zu überbieten. An beiden Tischen wogten die Spiele hin und her, 4 zu 4, 6 zu 6, 8 zu 8 und bei jedem Schweriner Punkt kochte die Halle. Cuong machte als erster dicht. In seiner unverwechselbaren Ich-zieh-am-liebsten-die Unmöglichen-gegen-Art ging er zu 8 als Sieger vom Tisch. Und Richard... Richard war so dermaßen nah dran. 10 zu 10, Matchball vergeben, Matchball abgewehrt und dann, bei 13 zu 12 ein Ball, den er sonst im Schlaf, mit 1,8 im Kessel und zwei Gipsbeinen treffen würde: Glücksball für Richie, Scharwächter hebt den Ball auf den Tisch, halb hoch, halb lang, halb langsam, Richard holt aus, alle Zuschauer holen Luft zum Jubeln, Richard zieht - und dann war es vielleicht ein Zentimeter, der zum Glück fehlte. Aaaaaah! Dass das Spiel dann mit einem tödlichen Netzroller für den Gegner endete, war irgendwie klar. Es war definitiv das mit Abstand beste Spiel von Richard in dieser Saison und jeder in der Halle, der den VfL im Herzen trägt, hätte ihm den Sieg auch von Herzen gegönnt.

Abgehakt, 4 zu 5 da war trotzdem noch alles drin. Marcin allerdings hatte gegen Alke nur im ersten Satz die nötigen Mittel parat, der Olli weiß einfach immer die richtige Antwort.

Vladi gegen Bozanoglu und Christian gegen Laute waren zwei Spiele, die ganz anders verliefen, aber beide gleich endeten. Vladi brauchte zwei Sätze, ehe er im Spiel war. Im dritten und vierten war er wieder da, unser unwiderstehlicher Lette. Christian dagegen hatte Laute zwei Sätze lang im Griff und musste dann doch in den Entscheidungssatz gehen. Den Faden, der da gerissen war, suche ich immer noch. Wie beide Spiele ausgingen? Natürlich 9 zu 11 für die Gegner. Ärgerlich mit drei ä, vor allem Christian hätte die 9 zu 6 Führung nach hause bringen MÜSSEN.

Das war schon frustig, aber einer ließ sich davon nicht beeindruckend. Björn ließ Wrobbel nie richtig ins Spiel kommen. Wie weggeblasen der Frust vom Donnerstagstraining, da saß jeder Tospin, Vorhand wie Rückhand. 3 zu 0 und in der Form, da war sich das fachkundige Publikum einig, unterstrich Björn seine Ambitionen für das obere Paarkreuz eindrucksvoll ;-).

Nur noch 5 zu 8 und wenn Richard nur ansatzweise so stark spielt wie im ersten Spiel, dann schafft er das 6 zu 8 gegen Süskow. Aber so ist das eben mit den Nerven. Wer weiß, wo diese knappe Niederlage und dieser eine Ball noch steckten, es sollte ein 0 zu 3 und im Endergebnis das 5 zu 9 werden.

Eine so blöde Niederlage haben wir selten erlebt, und doch war da ne ganze Menge Positives. In der Hinserie, da haben wir oft noch gespielt wie das Kaninchen vor der Schlange. Dieses Mal waren wir alle voll da, konzentriert und absolut bei der Sache, mit dem nötigen Respekt, aber ohne Angst. Das war spitze und macht Hoffnung für das kommenden Koppelwochenende in Kiel. Auch wenn Platz 6 und damit der Klassenerhalt nun einem Wunder gleichkommen würde.

Noch mal einen ganz großen Dank, an alle, die uns unterstützt habe. Ich hoffe, wir sehen uns beim kommenden Heimspiel wieder, am 2. Februar um 11 Uhr gegen Oberalster. Dann wieder in unserer angestammten Halle.

 

Christian

Kommentare: 2
  • #2

    Björn (Montag, 07 Januar 2013 23:09)

    Kann Sieghard nur zustimmen. Astreiner Bericht Christian. Die Unterstützung war großartig auch wenn der Verlauf des Spiels kaum bitterer hätte sein können... Aber was soll´s, dann müssen wir eben in Kiel punkten.

  • #1

    Sieghard (Montag, 07 Januar 2013 12:08)

    Das sehe ich auch so.Toller Bericht eines Profis.Es hat eigentlich fast alles gestimmt:Tolle Stimmung in der Halle,kämpferische Einstellung aller Spieler,jeder konnte sein Leistungsvermögen gut abrufen und wir konnten in Bestbesetzung antreten.
    Keine sichtbaren Leistungsunterschiede erkennbar,obwohl der Dritte gegen den Achten antrat.
    Was stimmte nicht?Das Ergebnis!
    Aber 5x so knapp im 5.und kein Einzelsieg im oberen Paarkreuz,dann war es nicht mehr machbar.
    Respekt dem Gegner mit den drei Buben um Spitzenmann Oliver Alke,der auch den Unterschied ausmachte.
    Unserer Mannschaft ein dickes Dankeschön und viel Erfolg am kommenden Wochenende in Kiel.

    Sieghard